Leseprobe The Secrets of Yonderwood Seite 5

 

»Herzlich willkommen zu BeastyEnterprises weltweit erstem CyberPark Adventure The Secrets of Yonderwood. Ich bin Mark und das ist Tonya und bevor ihr euch gleich in euer Abenteuer stürzt, um die Geheimnisse von Yonderwood zu lüften, geben wir euch ein paar Tipps und Spielregeln mit auf den Weg, damit euer Aufenthalt, sowohl in der LiveAction als auch in der Cyberwelt, ein unvergessliches Erlebnis für euch wird.«

Tonya trat vor und aktivierte mit ihrem Tablet einen Bildschirm, der bisher wie eine kaputte Werbetafel ausgesehen hatte. Ein Film zeigte die riesige weiße Kuppel, die hinter dem Bahnhofsgebäude mitten im Wald lag. »Diese Kuppel dürfte euch bekannt vorkommen – auf dem Weg hierher ist sie schließlich kaum zu übersehen.« Sie zwinkerte ins Publikum und bekam ein paar kleine Lacher. »Sie beherbergt die LiveAction-Spielwelt, in der ihr die nächsten drei Tage verbringt. Ihr werdet dort wohnen, eure Geschichte spielen, vielleicht ein paar neue Freunde finden – und am Ende hoffentlich gemeinsam das große Geheimnis von Yonderwood lösen. Die Kuppel hat eine Größe von knapp achtzigtausend Quadratmetern, so klein wird es euch dort aber nicht vorkommen. Wände und Decke der Kuppel bestehen aus Videowänden, die euch freien Himmel, umliegende Wälder und sogar einen See vorgaukeln werden. Sobald ihr in Yonderwood ankommt, werdet ihr also gar nicht mehr merken, dass ihr unter einer Kuppel seid. Ihr bekommt sogar mit Hilfe von Sprinkleranlagen, Nebel- und Windmaschinen eigenes Wetter.«

Mark übernahm wieder. »Ihr könnt euch in der Spielwelt frei bewegen. Sollte es allerdings besonders lustige Witzbolde unter euch geben, die, statt die Geschichte zu spielen, lieber herausfinden wollen, was passiert, wenn ihr an den Rand der Kuppel kommt, so sei euch gesagt, dass ein solcher Zugang außer am Haupteingang und den Notausgängen versperrt ist. Ihr könnt versuchen, über die Barrikaden zu klettern, aber außer der Verletzungsgefahr droht euch dabei auch ein Ausschluss aus dem Spiel und ein Rauswurf aus der Kuppel, was sicher keiner möchte, also lasst es einfach. Die Kuppel ist komplett videoüberwacht. Wir merken also schnell, wenn jemand etwas Unerlaubtes tut.«

»Was ist mit unseren Unterkünften?«, fragte jemand. »Werden wir da auch überwacht?«

»Nein«, antwortete Tonya. »Dort selbstverständlich nicht. Kameras gibt es nur in allen öffentlichen Bereichen.«

Mark trat an den Tisch, hob das Armband hoch und das Bild auf dem Monitor wechselte von der Kuppel zu einer Großaufnahme der Armschelle. »Jeder von euch hat beim Einchecken solch ein Armband bekommen. Wer es noch nicht angelegt hat, tut das bitte jetzt. Sie sind unser Kommunikationssystem und weisen euch darauf hin, wann ihr von der LiveAction in die Cyberwelt wechseln müsst. Außerdem haben die Armbänder eine Ortungsfunktion. Falls ihr also getrennt unter der Kuppel unterwegs seid, könnt ihr euch anzeigen lassen, wo ihr die anderen Mitglieder eures Teams findet. Momentan heißt ihr noch Spieler 1, 2, 3 und so weiter, aber sobald ihr unter der Kuppel seid, könnt ihr eure eigenen Namen eingeben. Oder Rollennamen, wenn ihr euch im Spiel anders nennen wollt.« Sein Gesicht wurde ernst. »Sollte es während eurer Spielzeit zu einem Notfall, wie beispielsweise einem Brand oder Ähnlichem, kommen – was wir natürlich alle nicht hoffen wollen – zeigen euch die Armbänder auch den nächstgelegenen Notausgang. Begebt euch in so einem Fall bitte direkt dorthin. Versucht nicht erst, Freunde zu finden oder gar in eure Unterkünfte zurückzukehren, um eure Habseligkeiten zu holen. Wenn ihr die Alarmsirenen und entsprechende Durchsagen hört, geht ihr bitte unverzüglich und auf direktem Weg zu dem Notausgang, den eure Armbänder euch anzeigen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass euer Armband nicht funktioniert, bleibt ruhig und wendet euch an einen unserer GameGuides. Das sind unsere Mitarbeiter, die die Rollen der verschiedenen Dorfbewohner in Yonderwood spielen. Wenn ihr bei einem Notfall nicht weiterwisst, helfen sie euch.« Er lächelte zuversichtlich in die Runde. »Ich bin mir aber sicher, dass so ein Fall nicht eintreten wird.«

»Gibt es noch Fragen zu den Armbändern?«, fragte Tonya nach.

»Was ist nachts oder beim Duschen? Dürfen wir sie da abnehmen?«

»Beim Duschen bitte ja, nachts solltet ihr sie umlassen, denn sie wecken euch morgens, damit ihr keine Events verpasst.«

»Nachts gibt es also keine Events?« Es klang enttäuscht.

Tonya lächelte. »Nein, wir scheuchen euch nicht mitten in der Nacht aus euren Betten. Nach allem, was ihr tagsüber und abends zu tun habt, werdet ihr aber dankbar sein, wenn ihr ein paar Stunden Schlaf bekommt.« Sie nahm den Gürtel und die CyberSpecs vom Tisch und hakte die Brille in eine der Schlaufen am Gürtel. »Außer dem Armband hat jeder von euch auch diese beiden Teile bekommen. Der Gürtel dient in erster Linie der Aufbewahrung der CyberSpecs. Die müsst ihr immer bei euch tragen, da ihr nie wisst, wann ihr von der LiveAction in die Cyberwelt wechseln müsst. Entweder weisen eure Armschellen euch darauf hin, dass ein Wechsel stattfinden soll, oder die GameGuides in der LiveAction.«