Leseprobe The Secrets of Yonderwood Seite 3

 

»Denkt ihr, wir müssen jetzt schon unsere Rollen spielen?«, fragte Jemma leise.

»Finden wir es heraus!« Zielstrebig steuerte Charlie einen der Schalter an, hinter dem ein dunkelhaariges Mädchen saß, das nicht viel älter war als sie. »Hi, du siehst so aus, als könntest du uns weiterhelfen.«

Das Mädchen lachte. »Na, das hoffe ich doch! BeastyEnterprise heißt euch herzlich willkommen zum Yonderwood Adventure im weltweit ersten CyberEntertainmentPark. Mein Name ist Melissa und ich werde das Einchecken mit euch durchgehen.« Sie tippte etwas in ihren Computer ein und lächelte dann wieder freundlich in die Runde. »Ihr seid die Tough Cookies?«

»Ja«, antwortete Zack. »Kannst du hellsehen?«

Grinsend schüttelte Melissa den Kopf. »Nein. Für diese Spielrunde fehlt nur noch eine Sechsergruppe und ich hab eure Fotos und IDs hier im PC. Mit Hellsehen hat das Ganze also nichts zu tun.« Sie deutete auf ein Gepäckband neben ihrem Schalterhäuschen. »Stellt bitte einzeln eure Taschen auf das Band. Wir müssen sie scannen, danach bekommt ihr sie nebenan zurück. Es ist nicht erlaubt, Speisen und Getränke, Alkohol, Zigaretten, Drogen oder Waffen mit in die Kuppel zu nehmen. Solltet ihr etwas in der Art dabeihaben, nehmt es bitte jetzt aus eurem Gepäck. Nebenan gibt es Spinde, in denen ihr die Sachen bis zum Ende der Spielzeit aufbewahren könnt. Dort schließt ihr bitte gleich auch euer Geld und andere Wertsachen sowie alle elektronischen Geräte ein. Handys, Tablets oder Laptops stören das Funknetz innerhalb der Kuppel und sind deshalb leider nicht erlaubt.«

»Okay.«

»Gib mir die Krücken«, bat Jamie, bevor Zack ihre Tasche auf das Gepäckband legen konnte.

Als alle Rucksäcke und Reisetaschen über das Fließband in einen anderen Gebäudebereich verschwunden waren, holte Melissa eine Box mit breiten Lederarmbändern aus einem Regal im hinteren Teil ihres Schalterhäuschens.

»Diese Armbänder sind das Äquivalent zu den Armschellen, die ihr aus den CyberGames kennt«, erklärte sie. »Wie genau sie funktionieren, erfahrt ihr gleich in der Einführung mit euren anderen Mitspielern.«

Sie nahm eins der Armbänder aus der Box und legte es vor ihnen auf den Tresen. Das Band war gute zehn Zentimeter breit und aus robustem braunem Leder. Zwei silberne Schnallen dienten als Verschluss und an der Oberseite war ein kleiner Touchscreen in das Leder eingelassen. The Secrets of Yonderwood – Tough Cookies Spieler 1 leuchtete in heller Schrift auf dem Display.

»Die Armbänder sind personalisiert.« Melissa warf einen kurzen Blick auf ihren Computer und sah dann zu Jamie. »James Bennett?«

Jamie nickte und trat vor.

»Das ist deins. Aktiviert wird es erst unter der Kuppel, aber leg es am besten jetzt schon an, dann kann es nicht verloren gehen.« Sie reichte ihm sein Armband und schob den anderen die übrigen hin. »Sie sind alphabetisch vorsortiert.« Wieder sah sie kurz auf ihren Computer. »Spieler 2 ist Jemma Bennett. Spieler 6 Zachary Watts.« Sie grinste in die Runde. »Ihr seht so aus, als könntet ihr euch den Rest selbst zusammenreimen.«

»Yep, kriegen wir hin.« Charlie nahm sich Armband Nummer fünf.

Melissa griff erneut ins Regal und holte eine weitere, deutlich größere Box hervor, in der sechs Gürtel lagen. Diese passten optisch perfekt zu den Armbändern und waren mit verschiedenen Schlaufen und einer kleinen Tasche ausgestattet. In einer der Schlaufen befanden sich CyberSpecs. »Diese Art Gürtel kennt ihr auch aus den CyberGames. Ausrüstungsgegenstände wie Waffen und Heilmittel stehen euch im Spiel zwar nur in der Cyberwelt zur Verfügung, aber in der LiveAction helfen die Gürtel euch, die CyberSpecs immer bei euch zu tragen.« Sie öffnete die kleine Tasche und holte ein paar Scheine und Münzen heraus. »Außerdem enthalten sie euer Spielgeld. Fünfzig Pfund für jeden.« Sie steckte das Geld wieder zurück und schob ihnen die Gürtel hin. »Die CyberSpecs synchronisieren sich unter der Kuppel automatisch mit euren Armbändern. Es ist also egal, wer welchen Gürtel bekommt. Ihr braucht sie jetzt auch noch nicht umzulegen. Mit den dicken Winterjacken ist das unpraktisch. Ich hoffe, ihr habt die Hinweise in der Spielbeschreibung beachtet und ein paar warme Pullis oder Trainingsjacken dabei? Unter der Kuppel herrscht zwar keine Eiszeit, aber der Herbst in englischen Wäldern ist trotzdem recht frisch.«

»Wäre schließlich auch verdammt teuer, die komplette Kuppel zu beheizen«, meinte Ned.

Melissa lächelte. »Exakt.«