Leseprobe House of Nightmares Seite 7

 

»Er hat mir schon die coole Trainingsjacke von Devilition geschenkt. Er muss nicht auch noch das Essen und die Getränke für die Party bezahlen. Meine Eltern haben ihr Gewissen mal wieder äußerst großzügig beruhigt und ich hab mehr als genug Geld, um das alles selbst zu bezahlen.«

»Dad hat dich gern, Zack. Und vermutlich haben deine Eltern ihm eh eine Bonuszahlung für die Party überwiesen. Man kann ihnen ja vieles vorwerfen, aber geizig sind sie sicher nicht. Behalt dein Geld für dich und kauf dir irgendwas davon. Dad hat diese Party gern für dich gegeben und er hat noch nie Geld von dir für irgendwas genommen. Warum sollte er also jetzt damit anfangen?«

Zack lächelte. »Ja, er ist echt cool.« Liebevoll fuhr er mit zwei Fingern über Jamies Stirn und seine Wange entlang. »Du siehst ganz schön erledigt aus. Der Tag war ziemlich anstrengend, hm?«

Jamie lächelte müde. »Geht schon.«

»Sagst du mir dann, was zwischen dir und Russell los war?«

Jamies Lächeln verschwand. »Hat Ned seine Klappe doch nicht gehalten?«, fragte er verärgert.

Stirnrunzelnd schüttelte Zack den Kopf. »Nein. Ich brauche Ned nicht, um zu sehen, dass dir irgendwas zu schaffen macht, und da Russell plötzlich kommentarlos verschwunden war, hab ich nur eins und eins zusammengezählt. Was ist passiert?«

Seufzend wich Jamie seinem Blick aus und sah stattdessen an die Zimmerdecke. Es war spät, er war wirklich müde und eigentlich hatte er keine große Lust, jetzt noch alles zu erzählen. Doch als seine Antwort ausblieb, musterte Zack ihn argwöhnisch.

»Was ist los? Hat Russell dich wieder blöd angemacht?« Er schnaubte. »Tut mir leid. Ich dachte, er hätte es jetzt endlich mal geschnallt.« Sanft strich er über Jamies Oberkörper, doch als seine Hand über die Rippen fuhr, zuckte Jamie zusammen. »Alles in Ordnung?« Alarmiert setzte Zack sich auf.

Es war nicht ungewöhnlich, dass Jamie nach einem anstrengenden Tag Muskelschmerzen hatte, aber in der Regel reagierte er nicht so empfindlich auf eine so leichte Berührung. Als Zack versuchte, ihm das T-Shirt hochzuziehen, hielt Jamie ihn erst zurück, gab dann aber seinen Widerstand resignierend auf. Für einen langen Moment starrte Zack auf den bereits deutlich erkennbaren Bluterguss, der sich über Jamies linke Rippenhälfte spannte.

»Was ist passiert?«, fragte er betroffen.

Da Jamie nicht lügen wollte, entschied er sich widerwillig für die Wahrheit. »Russell.«

Während er knapp erzählte, was vorgefallen war, wurde Zacks Gesicht immer finsterer und als Jamie geendet hatte, ballte er wütend die Fäuste.

»Gut, dass ihr ihn rausgeworfen habt, sonst …« Grimmig sah er auf Jamies geschundene Rippen und rammte seine Faust ins Kopfkissen. »Hat Max dich gescannt, um sicherzugehen, dass nichts gebrochen ist?«

Jamie nickte. »Ist nur eine Prellung. Ich soll es kühlen und Schmerzsalbe draufschmieren.«

»Und warum tust du das dann nicht?!«

Er seufzte. »Eigentlich wollte ich dir den ganzen Mist erst morgen erzählen, um dir deinen Geburtstag nicht zu versauen, und wenn ich hier mit einem Kühlpad gekuschelt hätte, wärst du doch sofort misstrauisch geworden.«

Einen Moment lang starrte Zack ihn nur fassungslos an, dann verbarg er sein Gesicht in den Händen und presste die Finger auf die Augen. »Ich liebe dich, das weißt du, oder?«

Irritiert runzelte Jamie die Stirn. »Ja, sicher. Warum?«

»Was, glaubst du, ist mir dann wohl wichtiger – ein perfekter Geburtstag oder dass es dir gut geht?« Zack sah ihn leicht entnervt an und Jamie verzog das Gesicht. »Ich hol dir das Kühlpad und die Salbe und dann reiben wir deine Rippen ein. Du machst im Moment so tolle Fortschritte, da darf dich so eine dämliche Verletzung nicht ausbremsen. Außerdem fliegen wir übermorgen nach Schottland und dafür willst du ja wohl fit sein, oder nicht?«

Jamie nahm seine Hand. »Das bin ich«, versicherte er. »So schlimm ist es nicht.«

»Es ist schlimm genug!« Aufgebracht malträtierte Zack erneut sein Kopfkissen. »Mann! Der Dreckskerl ist so hirnlos, der weiß vermutlich gar nicht, was er hätte anrichten können! Wenn er deine Wirbelsäule getroffen hätte …« Er brach ab und schüttelte den Kopf.

Jamie nickte beklommen. »Ja, ich weiß«, murmelte er und legte seine Hand um Zacks Faust. »Hat er aber nicht.«

Kein bisschen besänftigt schüttelte Zack noch immer den Kopf. »Trotzdem. Das war pures Glück! Wenn ich den Scheißkerl das nächste Mal sehe –«

»Lass es gut sein, ja? Ich will nicht, dass du dir Ärger einhandelst. Das ist Russell nicht wert. Außerdem ist er schon gestraft genug.«

Ungläubig sah Zack ihn an. »Womit denn?! Damit, dass er ein Arschloch ist, das dich zusammengeschlagen hat?!«

Jamie schüttelte den Kopf und grinste böse. »Nein, damit, dass ich dich habe und er nicht!«